Fritz Neugebauer. Bollwerk gegen moderne Bildung für Alle

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neugebauerDer GÖD-Vorsitzende Fritz Neugebauer ist zwar Mitglied im Bundesparteivorstand der ÖVP, jedoch hat er in der Partei nicht nur Freunde. So gärt es etwa im ÖVP-Wirtschaftsflügel. Dort befürchtet man, dass „Betonkopf Neugebauer“ der Partei schadet, wie viele Funktionäre beklagen. Im August 2013, also mitten im Wahlkampf platzte dem ehemaligen niederösterreichischen Wirtschaftsbund-Direktor Herbert Lehner der Kragen. „Ich überlege gerade, eine Facebook-Gruppe zu gründen unter dem Titel: Schließt endlich den Neugebauer aus der ÖVP aus!“, äußert sich dieser auf Facebook.

Neugebauer ist ein ausgezeichneter Gewerkschafter, der viel für seine Klientel erreicht hat, sagen die einen. Und in der Tat betreibt er beinharte, erfolgreiche Klientelpolitik. Die Vergleiche und Bilder seiner Gegner reichen von Neugebauer als „personifizierte Bildungsblockade“ bis zu „Betonierer“ und „Betonschädl“.

12 Jahre Verhandlungen zum Lehrerdienstrecht

33 Verhandlungsrunden ziehen sich nunmehr die Verhandlungen zum „neuen Lehrerdienstrecht“ hin. Ohne nennenswerten Fortschritt, bei kontruktiven Lehrerinnen und Lehrern, bei Eltern und politisch Interessierten liegen die Nerven blank, vor allem wenn dann noch der Name Neugebauer fällt. Der war übrigens nicht selten genau zu den Verhandlungszeiten auf Urlaub (Siehe OTS-Meldung „31. Lehrer-Runde ohne Neugebauer„).

Für Niki Glattauer, Lehrer und Autor ist Fritz Neugebauer das „Symbol des sturen Stillstands“, aber auch Lehrergewerkschaftschef Paul Kimberger mache alles, um sich als würdiger Nachfolger des in die Jahre gekommenen Neugebauers zu profilieren.

Tatsächlich blockiert vor allem die AHS-Lehrer-Gewerkschaft jede Bildungsreform wie die gemeinsame Schule und ein modernes Lehrerdienstrecht. Und die AHS-Lehrergewerkschafter wissen dabei Fritz Neugebauer hinter sich – zum Leidwesen von Schülern, Eltern und auch vieler Lehrer.

118 Millionen für Nachhilfe pro Jahr

Jährlich geben die Eltern 118 Millionen Euro pro Jahr für Nachhilfe aus. Einen Gutteil davon streifen frühpensionierte Lehrer ein oder aktive Lehrer, die neben der halbtägigen Anwesenheit in der Schule als Nebeneinkommen Geschäft mit der Nachhilfe machen.
Die teure Nachhilfe können sich Eltern mit geringem Einkommen oft nicht leisten. Damit betoniert Neugebauer bzw. die ÖVP ein, was die meisten Menschen in Österreich ablehnen, dass nämlich gute Bildung ein Privileg für einige Wenige ist.

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